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| 18. Januar 2009, 15:00
Das Jahr 2009 ist noch jung, doch der Wunsch zu reisen schwirrt mir schon länger durch Kopf & Herz. Nun ist es soweit. Alle Ängste und Zweifel sind über Bord geworfen, Ende des Jahres werde ich mein Diplom in der Tasche haben und mich mit meinem Rucksack auf den Weg begeben. Bis dahin heißt es Reiseführer wälzen, Reiseforen durchforsten, Routen planen und vor allem sparen, sparen, sparen! Bisher habe ich mich eher im Geld ausgeben bewährt, aber was tut man nicht alles für seine Träume ;) Die Idee ist folgende: Über Tokyo nach Australien und Neuseeland, von da aus ein Abstecher nach Kalifornien, bevor es nach Südamerika geht. Ein halbes Jahr habe ich Zeit, ob das alles so umsetzbar ist, wird sich im Reisebüro zeigen... Buchen kann ich erst im Frühling, doch ich werde berichten :)
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| 25. Mai 2009, 19:34
Als eigenes Geburtstagsgeschenk und vorgezogene Belohnung für meine (*nun endlich*) fertige Diplomarbeit zugleich gings vor 3 Wochen mit meiner Schwester für einen Kurztrip in die ungarische Hauptstadt. Wir hatten dort zwei tolle Tage samt Stadtspaziergang, Kaffehausbesuch und einer grandiosen Massage im Heilbad ;) Absoluter Höhepunkt ist aber auf jeden Fall das Donaupanorama zu jeder Tages- und Nachtzeit! Dieser Ausblick zählt nicht umsonst zum Weltkulturerbe, hier die Bilder:



Bei meinen großen Reiseplänen muss ich mich übrigens noch ein wenig gedulden, ich war heute im Reisebüro und die Hauptroute steht soweit, jedoch sind die Flüge nach Südamerika erst in ca. 2 Wochen buchbar. Aber auf die paar Tage kommt jetzt auch nicht mehr an, so langsam wird es konkreter und meine Vorfreude wächst :)
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| 07. Juni 2009, 20:26
Erkenntnis dieses Wochenendes: Wer das Paradies auf Erden sucht, braucht nicht unbedingt erst ein Flugzeug in die weite Welt besteigen, die Fähre nach Ameland ist dafür mehr als genug :) Meine Freundin Franziska und ich haben die letzten zwei Tage auf der niederländischen Nordseeinsel geurlaubt, dabei am Strand die Seele baumeln lassen, auf dem Fahrrad von der Meeresbrise den Kopf durchpusten lassen und an jeder Ecke über die Schönheit der Landschaft gestaunt. Wir hätten gerne noch einige Wochen dran gehängt, und wenn wir auch heute leider schon wieder davonschippern mussten, so kommen wir doch auf jeden Fall wieder!




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| 26. Juni 2009, 16:15
Was ich die letzten Wochen noch bedächtig vor mich hin gesummt habe, kann ich ab heute laut heraus trällern! Nach längerer Planug habe ich endlich alle Flüge buchen können und die Route ist nun folgende:
14.12.2009 Frankfurt - Tokyo
23.12.2009 Tokyo - Sydney
01.01.2010 Sydney - Auckland
01.02.2010 Auckland - Sydney
19.03.2010 Sydney - Los Angeles
10.04.2010 San Francisco - New York
13.04.2010 New York - Buenos Aires
10.05.2010 Rio de Janeiro - Miami
12.05.2010 Miami - Frankfurt
Ich konnte mir tatsächlich alle Reisewünsche erfüllen und die Stopover in New York und Miami gabs unkompliziert als Schmankerl obendrauf! Noch sind es nur 3 Seiten auf dem Papier, doch ich freue mich schon riesig darauf, diese in die Tat umzusetzen. Besucher und Begleiter sind jederzeit herzlich willkommen!
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| 10. September 2009, 12:04
6 Wochen später. 4 von 7 Diplomprüfungen habe ich bereits gemeistert, somit bin ich nun 2/3 Dipl. - Psych. und der Gedanke an meine Reise lässt mich durchhalten :)
In 3 Monaten gehts los: Zeit, um kurz Zwischenbilanz zu ziehen: Meine Wohnung ist gekündigt, ein Nachmieter gefunden, meine Möbel zugunsten der Reisekasse abgetreten. Krankenversicherung steht, die Einreise in die USA und nach Australien ist registriert und genehmigt, der internationale Führerschein in Planung, die ersten Reiseführer warten im Regal auf ihren Einsatz. Und nicht zu vegessen: Meine Vorfreude wächst mit jedem Tag, mit dem Temperatur fällt :)
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| 25. November 2009, 20:47
Statt 3 Monaten bleiben nun nur noch 3 Wochen bis zu meinem Abflug nach Tokyo. Zeit, um die letzten Wochen kurz Revue passieren zu lassen. Was so lange so unerreichbar schien, ist nun rosarote Realität! Ich bin seit 3 Wochen nun eine echte Diplom-Psychologin und das Leben hat mich wieder :) Vor 2 Wochen bin ich aus meiner Marburger Studentenwohnung ausgezogen und mein kompletter Hausrat steht nun in dutzenden Bananenkartons bei meinen Eltern. Nach dem ganzen Umzugsstress ging es dann erstmal für 2 Wochen zu meiner Schwester in die französischen Alpen nach Grenoble. Wir hatten eine superschöne Zeit, waren in den Bergen, in Genf und als neuen Lieblingssport haben wir beide das Paragliding für uns entdeckt :) Nacheinander haben wir beide all unseren Mut zusammengenommen und sind mit unserem charmanten Piloten den Abhang runtergerannt, um dann entspannt über den See von Annecy zu fliegen. War auf jeden Fall ein sehr beeindruckendes und lustiges Erlebnis und bestimmt nicht das letzte Mal!



Nun hat mich der Alltag wieder und ich organisiere noch jede Menge Dinge für die bevorstehende Reise. Heute habe ich meine Reiseapotheke zusammengestellt und bereits die ersten Übernachtungen in Tokyo gebucht. Die nächsten Tage werde ich dann noch etwas detaillierter an meiner Japantour feilen. Laut Reiseführer handelt es sich dabei um ein sehr teures Reiseland, aber dank www.hostelworld.de konnte ich doch einige günstige Übernachtungs-möglichkeiten finden. Bei www.couchsurfing.de bin ich mittlerweile auch registriert, ich würde mich sehr freuen, wenn sich darüber auch etwas ergibt. Allen angehenden Globetrottern kann ich übrigens sehr die Seite http://weltreise-info.de ans Herz legen, die hat mir bereits sehr viel gebracht. Noch bin ich guter Dinge, auch wenn ich zwischenzeitlich immer wieder Angst habe, dass mein Geld nicht reicht, aber das wird schon irgendwie... Ich halte euch in jedem Falle darüber auf dem Laufenden!
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| 15. Dezember 2009, 04:06
Laut meinem treuen Reisefuehrer handelt es sich bei dem oben stehenden Saetzchen um folgende japanische Weisheit, die mir sehr gut gefallen hat: Hundert Mal hoeren bedeutet weniger als einmal sehen. Ich bin nun nach 19 Stunden Reise wohlbehalten im Hostel in Tokyo gelandet und habe dabei schon viel gestaunt. Ich sass im Flieger neben 2 japanischen Ladies, die sich fuer den Flug bestens praepariert hatten: auf dem Kopf eine dicke Pudelmuetze, vorm Gesicht einen 1A Mundschutz und auch sonst alles, was das Herz begehrt. Als ich nicht so recht wusste, was ich beim Mittagessen da konkret auf dem Tablett hatte, hab ich einfach mal rueber geschaut, was die Damen mit den Zutaten so anstellen und das nachgemacht. Genauso werde ich auch in Zukunft verfahren ;) Nur mit dem Schluerfen werde ich mich wohl nie ganz anfreunden koennen...
Naja, nach einer gut einstuendigen Zugfahrt vom Flughafen bin ich dann schwer bepackt zum Hostel gestapft und habe erste Eindruecke aufgeschnappt. Das japanische Zugsystem ist wirklich sehr vielversprechend, ich freue mich schon drauf, die naechste Woche etwas durchs Land zu fahren. Die Japaner sind ueberaus stolz auf ihre Bahn, hier mein Lieblingszitat aus der Broschuere: Japan Railways trains are so reliable you can use them to set your watch! Das ist mal eine willkommene Abwechslung! Fotos kann ich leider grad noch keine reinstellen, da ich hier im Hostel grad keinen passenden Kartenleser finde, aber das hole ich nach. In 2 Std kann ich in mein Zimmer, solange geh ich jetzt erstmal ne Runde um den Block... Uebrigens wurde ich heute schon 3 Mal gefragt, ob ich allein unterwegs bin, die japanischen Flughafenmitarbeiter guckten mich dabei immer etwas komisch an, aber noch kann ich mich hier prima beschaeftigen ;) Ich melde mich wieder, bis dahin sende ich euch erstmal die liebsten Gruesse, lasst es euch gutgehen!
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| 18. Dezember 2009, 13:03
Ihr Lieben, immer noch keine Bilder, aber ein kurzes Lebenszeichen. Ich bin seit gestern in Kyoto und gluecklich und zufrieden. Morgen mehr, gute Nacht, Antje
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| 19. Dezember 2009, 12:10
Dass heute Samstag ist, musste ich gerade mal nachschauen, ich bin zwar erst wenige Tage unterwegs, habe aber schon jegliches Zeitgefuehl verloren. Auch dass bald Weihnachten ist, ist ganz weit weg. An Kaelte steht Kyoto Deutschland aber in nichts nach, es ist zwar meist sonnig, trotzdem laufe ich teilweise zaehneklappernd durch die Strassen. Aber zum Glueck gibt es hier an jeder Ecke leckeren gruenen Tee und diese praktischen Automaten, wo man gleichzeitig kalte und warme Getraenke ziehen kann. Mit dem Experimentieren halte ich mich aber mittlerweile etwas zurueck, schon 3 mal musste ich eine Flasche wegwerfen, weil der Inhalt einfach zu suess oder kuenstlich oder undefinierbar schmeckte. Dass ich die Sprache nicht lesen kann, ist wirklich die groesste Herausforderung hier. Zwar ist einiges ganz gut in Englisch ausgeschildert, aber fuer meinen miesen Orientierungssinn manchmal immer noch zu wenig.
Doch es gibt hier so viele unheimliche freundliche und hilfsbereite Menschen, immer wenn ich bisher mit verpeiltem oder verwirrten Gesichtsausdruck irgendwo rumirrte oder auf die Karte starrte, kam jemand und hat gefragt, ob er mir helfen koenne. Vom Moench bis zum Wachmann bis zum Businesshengst. Das ist definitiv eine der schoensten Eindruecke, die Freundlichkeit der Japaner, mit denen ich mich unterhalten konnte. Leider koennen viele kein Englisch, aber mit Haenden und Fuessen reichts fuer eine kurze nette Begegnung.
Fotos muessen keider immer noch warten, da die komplette PC Menuefuehrung nur auf Japanisch laeuft und ich bisher noch kein freies Internet hatte, so dass ich mir mal die Zeit nehmen konnte, mich da durch zu fuchsen. Gerade sitze ich in einem oeffentlichen Gebaeude,wo man eine Stunde umsonst das Internet nutzen darf, im Hostel muesste ich dafuer zahlen. Ansonsten habe ich es aber mit den Unterkuenften bisher gut angetroffen, hier in Kyoto gibt es sogar eine beheizte Klobrille ;)
In Tokyo hatte ich unheimlich nette Zimmergenossinen, mit denen ich auch viel in der Stadt unterwegs war, die letzten 2 Tage in Kyoto habe ich alles alleine unternommen. Vorletzte Nacht habe ich kaum geschlafen, weil mein franzoesischer Zimmerkollege, den ich bis dahin nicht kannte, ungelogen 1,5 Stunden versucht hat, das Maedel im Bett unter ihm zu verfuehren. Sie waren wohl vorher zusammen weg und kamen knutschend ins Zimmer. Das war grosses Kino, ich habe freiwillig auf ohropax verzichtet,weil ich wissen wollte, wie es ausgeht ;) Er hat sich uebrigens ne Abfuhr geholt...In Zukunft versuche ich dann doch vorzugsweise, wieder in reinen female dorms unterzukommen, da ist sowas wahrscheinlich eher seltener...
Aber nun zu den eigentlichen Erlebnissen meiner Reise. Ich denke ich werde mich in Sydney mal hinsetzen und ein paar Fotos mit Beschreibung reinstellen. Dann geht es viel leichter, ich weiss naemlich sonst gar nicht, wo ich anfangen soll. Aber eins weiss ich bestimmt: Ich moechte wiederkommen und all das machen, was ich jetzt leider nicht schaffe. Japan ist unheimlich vielseitig und beeindruckend.Gestern habe ich den Schrein besucht,wo die Geisha im Kinofilm am Ende durch die 10000 roten Tore rennt, die sich einen Berg hinauf erstrecken. Heute haette ich vor Glueck fast geweint, als ich in einem Tempel war und zufaellig eine japanische Hochzeit beobachten konnte, das war wirklich ergreifend. Oder der Moment, wenn man einen Schrein betritt und irgendwo ein Moench singt. Und dann Tokyo, das so ganz anders ist. Das ist wirklich eine Stadt, die nie schlaeft. Ich bin natuerlich auch mal ins Park Hyatt gegangen,wo Lost in Translation gedreht wurde, ein Bier fuer 70 Euro konnte ich mir leider nicht leisten, aber der kurze Ausblick bei Nacht aus dem 52. Stock bei Jazz Piano war gratis ;)
Morgen frueh fahre ich weiter nach Hiroshima, ich melde mich wieder, sobald ich kann. Leider neigt sich die freie Stunde jetzt dem Ende zu. Ich freue mich, von euch zu hoeren!
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| 21. Dezember 2009, 16:01
So, ich bin zurueck aus Hiroshima, nach 5 Stunden Zugfahrt bin ich wieder in Tokyo gelandet und endlich hat es geklappt, mal ein paar Bilder reinzustellen :)
Als erstes folgen 2 Bilder vom ersten Tempel, den ich mir ueberhaupt angeschaut habe. Er lag ganz in der Naehe von meinem Hostel und bei schoenem Wetter war dort einiges los.

Das naechste Bild zeigt den Kaiserpalast, leider wurde die Anlage gerade geschlossen, als wir ankamen. Aber am 23.12. hat der Kaiser Geburtstag und das ist einer der beiden Tage, wo man den Palast von innen besuchen kann. Erwartet werden Massen von Japanern, das lasse ich mir natuerlich nicht entgehen, bevor ich zum Flughafen aufbreche!

Das hier ist die Aussicht vom Metroplitan Government Tower. Unendliche Haeuserweiten...

Eines der absoluten Highlights war der Fushimi Inari Schrein nahe Kyoto. Das sind ein paar von den 10000 Torii, die sich ueber eine Riesenstrecke ziehen. Ich bin ca 2 Std durch die Tore gelaufen, das war wirklich sehr beeindruckend.



Leider hatte ich dann nur noch einen Tag in Kyoto, absolutes Muss ist aber in jedem Falle der Kiyomizu dera Tempel mit tollem Blick ueber die Stadt. Das fand nicht nur ich, sondern auch wieder hunderte Japaner :)

Das ist ein Bild von der Hochzeit. Ich bin immer noch ganz beglueckt, dass ich das erleben konnte :) Zur vollkommenen Glueckseligkeit haette nur noch eine Geisha durchs Bild laufen muessen...

Das ist eine beruehmte, sehr idyllische Gasse in Kyoto, doch leider auch da keine Geisha weit und breit... Macht nix, auch so schoen!

Das bin ich vor der Burg in Himeji. Ebenfalls einer der Hoehepunkte bisher. Das Schloss hat 6 Stockwerke und ist ganz aus Holz gebaut.

Lena, dieses Bild habe ich fuer dich geknipst, da laufe ich zurueck zum Bahnhof von Himeji und was haengt da ueberm Eingang?! Warum, weiss ich aber leider nicht!

Als naechstes nun Hiroshima. Ich muss sagen, dort vor dem Atombombendom zu stehen, ging mir wirklich unter die Haut. Dort gibt es ein sehr interessantes Museum, was auch die Stadt vorher zeigt, unglaublich, was dort angerichtet wurde!

Jule, und hier nun zu Sadako. Das ist das Denkmal, das zu Ehren der Schuelerin Sadako errichtet wurde. Sie war zur Zeit des Abwurfs 2 Jahre alt und bekam 1954 Leukaemie. Sie hoffte, durch das Falten von 1000 Papierkranichen wieder gesund zu werden, starb aber nach dem 644. Seitdem bringen Schueler bei ihrem Besuch Papierkraniche mit und wollen so ein Zeichen fuer Frieden setzen. Zufaellig konnte ich das live miterleben.

Ich habe mit meiner Cousine auch welche gebastelt. Sie liegen nun bei ihren Kollegen in Hiroshima ;)


Und als letztes Bild hier der Itsu kushima Schrein auf der Insel Miyajima vor Hiroshima. Dieses Tor im Wasser ist sehr beruehmt und auch ich konnte mich seiner besonderen Wirkung nicht entziehen!


Soweit also von mir. Ich gehen nun erstmal schlafen, morgen moechte ich nochmal etwas von Tokyo sehen. Die morgige Nacht verbringe ich dann in einem Kapselhotel, ich bin schon sehr gespannt! Ich hoffe, angesichts der Bilder koennt ihr meine Begeisterung fuer Japan etwas nachvollziehen! Ich melde mich wieder, alles Liebe!
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